Vom Masturbären

von amfenster

In Göttingen streiten sie gerade, ob dem Satiriker Robert Gernhardt ein Denkmal in Form eines masturbierenden Kragenbären gesetzt werden soll – in Anlehnung an des verblichenen Poeten berühmtes Cartoon-Gedicht.

Die Göttinger Kulturdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck dazu laut Spiegel Online: „Meines Erachtens gibt es keine tiefergehende Botschaft bei diesem onanierenden Bären“ – ah, die Frau hat verstanden, um was es geht, sehr schön – „als den sexuellen Tabubruch“. Oh je, doch nicht!

Wo es „ernstelt“ (R. Gernhardt), da gibt es halt nichts zu lachen. Und so kann und so darf es nicht sein, dass dieser Kragenbär einfach nur ist. Irgendwo muss sich doch der Sinn versteckt haben, die Botschaft, das Waswillunsderdichterdamitsagen – so hat es die junge Dagmar ja schließlich irgendwann mal in der Schule beigebracht bekommen und in zwölf Semestern Kunstgeschichte nicht besser gelernt. Und so ist sie sich ergo nicht zu schade, in einen sich um der puren Quatschlust willen selbst befriedigenden Kragenbären (!) die unerhörte Kunde vom „sexuellen Tabubruch“ hineinzuprojizieren. Von einem „Beitrag zur sexuellen Befreiung des Mannes“ gar ist die unfrohe Rede.

Wenn Gernhardt das mal geahnt hätte, als er diese sechs Panels puren, sich ganz und gar selbst genügenden Nonsens aufs Papier kritzelte!

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