Tot am Sonntag

von amfenster

Augsburgs Dritter Zweiter Bürgermeister und Finanz- sowie kommissarischer Ordnungreferent Hermann Weber hat einen Auftritt von Cindy aus Marzahn verboten, der am 24. November, also dem Totensonntag hätte stattfinden sollen. Begründung laut DAZ (die wiederum aus einer Zeitung zitiert, der ich nicht die Ehre einer namentlichen Nennung zuteil werden lassen möchte): „Sie sprechen mit einem christlich orientierten Politiker, da lasse ich mit mir darüber nicht reden, weil die Totenruhe für mich etwas Heiliges ist!“

Aha. Nicht dass ich der Ansicht wäre, eine abgesagte Veranstaltung mit Cindy aus Marzahn würde einen großen Verlust im städtischen Kulturkalender bedeuten. Und seine Totenruhe darf der Herr Weber ja auch heiligen wie er will, gerne auch mit eigenwilliger Syntax.

Beim stets eine Woche vor dem Totensonntag begangenen Volkstrauertag scheint Herr Weber allerdings weniger skrupulös zu sein – in den tanzt er schon mal rein, wenn die lokale Pressemogulin einlädt.

Und wenn ich mir an dieser Stelle eine kleine berufliche Indiskretion erlauben darf: Darüber, am Sonntagnachmittag (am Tag des HErrn!) en famille eine Schankwirtschaft aufzusuchen und die Dienste der dort arbeitenden Menschen in Anspruch zu nehmen und sich somit mindestens zum Komplizen der Sünde eines Verstoßes gegen das dritte Gebot, wenn nicht gar zu dessen Anstifter zu machen – darüber scheint man mit dem christlich orientierten Hypokriten Weber offenbar sehr gut reden zu können.

Ich finde das widerwärtig, da lasse ich mit mir darüber nicht reden.

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