This plastic rose will never die

von amfenster

Als Kind habe ich mich höllisch vor dem Cat-Stevens-Song „Lady D’Arbanville“ gegruselt, nachdem man mir erzählt hatte, dass darin eine Verstorbene besungen würde. Mir hatte das Lied vorher sehr gut gefallen (und es ist ja auch wunderschön), ab diesem Zeitpunkt aber konnte ich es mit seinem lemurenartigen Backgroundchor nicht mehr ertragen.

Wie groß war demzufolge meine Erleichterung, als ich viele Jahre später erfuhr, dass die Verflossene Patti D’Arbanville nur metaphorisch zu Grabe gesungen wurde und heute noch mopsfidel und puppenlustig als Schauspielerin durch die Geographie springt.

Wie ich unlängst festgestellt habe, hat die inzwischen 60-jährige sogar eine eigene Website, und – nun, wie soll ich sagen… Würde Yusuf Islam den Song heute schreiben, hieße es statt „Your lips feel like winter“ wohl eher „Your lips feel a little bit artificial“. Und die Frage „Why do you breathe so low?“ dürfte schlüssig beantwortet sein mit: Damit das Messer nicht abrutscht.

Plastikrosen welken nicht, und so hätte this rose heute vermutlich authentischere Gesichtszüge, wenn sie damals tatsächlich schon tot gewesen wäre.

Oh Internet, warum duldest du keine Geheimnisse mehr?

Lady D’Arbanville – 40 Jahre später:
#1  #2  #3

PS: Natürlich wünsche ich der Dame, dass sie den Stevens-Gassenhauer noch viele, meinetwegen auch reichlich botoxbewehrte Lebensjahre lang Lügen strafen möge!

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