Der Kairos des Rücktritts

von amfenster

Er hat es getan. Guttenberg ist zurückgetreten.

Soweit erst einmal eine gute Nachricht.

Seine Erklärung habe ich noch nicht im Wortlaut gehört, sondern nur die einschlägigen Passagen gelesen, die in diversen Online-Magazinen zitiert werden. Und schon reg ich mich wieder auf.

Die „Wucht der medialen Betrachtung“ beklagt der Herr Baron, der freilich noch vor kurzem kein Problem damit hatte, mitsamt seiner blonden Madam Bismarck und JohannesBeh für eine nette Talkrunde nach Afghanistan zu jetten, gut und gerne mit der Bild kooperiert hat und ja auch sonst die Medienklaviatur immer ganz hervorragend beherrschte. „Der Tod und die Verwundung von Soldaten“ seien „in den Hintergrund gerückt“. Aber offenbar nicht weit genug, um nicht auch noch in dieser Situation für die Inszenierung des edlen Herrn Vonundzu instrumentalisiert zu werden. Pfui Teufel!

Und noch im Rückzug feuert Guttenberg mit seiner liebsten und stärksten Waffe – seinem Image: „Abschließend ein Satz, der für einen Politiker ungewöhnlich klingen mag: […].“

Ich bin froh, dass der notwendige Schritt endlich getan ist, blicke aber verhalten pessimistisch in die Zukunft: He’ll be back – und ich will nicht wissen, wie.

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