Ayers Pop

von amfenster

Na sowas: Spiegel Online nimmt sich in seinen CDs der Woche des vor einigen Wochen erschienenen „Ommadawn“-Remasters von Mike Oldfield an. Ungewöhnlich in dieser sonst kaum lesbaren „Pop ist Diskurs ist Pop“-Rubrik. Natürlich ist auch diese Rezension voll von derartigem Gefasel, aber überraschenderweise fällt sie doch sehr wohlwollend aus, bezeichnet „Ommadawn“ als Oldfields „Meisterwerk“ schlechthin (was insoweit richtig ist, als das Album wenn schon nicht Oldfields bestes, so doch immerhin up there with the very best ist) und gibt ihm 9 von 10 Punkten.

Und doch hat sich ein lustiger kleiner Fehler, oder eher eine Unrichtigkeit eingeschlichen: um der pophistorischen Gratis-Binse, Mike Oldfield habe anfangs gute und dann immer schlechtere Musik gemacht, einen conaisseurhaften Dreh zu geben, verweist der Autor Jan Wigger darauf, dass Oldfield in seinen späteren Jahren „statt mit Kevin Ayers, Mick Taylor oder Steve Hillage“ lieber „mit der Schneegans Bonnie Tyler“ gearbeitet hätte. Richtig ist, dass Oldfield vor seinen Solo-Aktivitäten in Kevin Ayers‘ Band Whole World gespielt hat. Richtig ist aber auch, dass er just für dasselbe Album, auf dem Bonnie Tyler das unsägliche „Islands“ interpretierte, einen früheren Bandkollegen verpflichtete, das Pop-Söngchen „Flying Start“ zu singen – Kevin Ayers nämlich.

Manchmal sind es halt nur 5 Prozent, die ein „hat sich bemüht“ von einem „zeigte stets vollen Einsatz“ trennen.

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