Wir wählen die Freiheit!
von amfenster
I: Heute. Hier.
Führungskräfte der Deutschen Post AG haben eine Art Leitfaden zum Umgang mit Low-Performern entwickelt. Das Papier heißt “Umgang mit auffälligen Kräften in der Ist-Zeit”. [...]
So teilen die Führungskräfte laut dem Papier ihre langsamen Boten in vier “Typen” ein. Typ eins etwa arbeitet “zuverlässig”, aber “extrem langsam”; Typ zwei sei “uneinsichtig” und “beratungsresistent”, kurz: “Motzbrüder” mit “negativer Grundeinstellung”. Bei Typ drei handle es sich um “Sozialfälle”, die für die Briefzustellung “ungeeignet” seien. Typ vier wiederum könne wegen seines “hohen Alters” den Schalter nicht mehr umlegen. [...]
Quelle: stern.de (29.02.2012)
Das Schreiben ist laut “Stern” das Ergebnis eines Arbeitskreises von Führungskräften in Nordrhein-Westfalen. Die Verfasser fordern darin die Leiter einzelner Bezirke auf, “eine Liste mit auffälligen Kräften zu erstellen” und diese “den einzelnen Charakteren zuzuordnen”.
Quelle: Spiegel Online (29.02.2012)
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II: Gestern. Dort.
Einige Erscheinungsformen dekadenter Jugendlicher und Jungerwachsener
Quelle: Merkblatt für den Dienstgebrauch der Generalstaatsanwaltschaft von Berlin;
BStU (Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen), ZA, SED-KL 399, Bl. 5
Abdruck in: Rauhut, M. (2002): Schalmei und Lederjacke. Rock u. Politik in der DDR der achtziger Jahre. Erfurt. S. 221


Ich wundere mich schon seit vielen Jahren, mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen im „Westen“ akzeptieren, dass ihre sonst vertretenen Werte von Demokratie, Meinungsfreiheit und Toleranz im Umfeld der Arbeit, oder besser gesagt der Wirtschaft, nichts zu suchen haben.
Es gibt keine Freiheit, es gibt allenfalls die Möglichkeit, ihre Grenzen selbst zu definieren.